Viernheim / 05.07.2000

Eine Homepage "Uhne Ferz"

"SM"-Serie Viernheim online / Mundartband stellt sich vor

Viernheim. "e-mail mich mein Emil" heißt ein Lied der Viernheimer Mundartband "Uhne Ferz" über die Flirtversuche einer jungen Dame per Internet. Die Liedermacher singen aber nicht nur übers Internet, sondern sind seit vergangenem Januar selbst unter www.uhneferz.de für ihre Fans erreichbar.

Wie bei ihrer Musik ist auch für die Homepage der Name "Uhne Ferz" Programm: Schlicht ist die Seite mit schwarzer Schrift auf weißem Grund und blauen Menüpunkten, dazwischen ein bisschen Rot - "uhne Ferz" eben und damit sehr übersichtlich. Außerdem lässt sich eine einfach aufgebaute Seite auch leichter in Schuss halten. "Ich brauch' im Monat nur zwei bis drei Stunden, um die Seite zu pflegen", erklärt Mike Bauer, 48, der "Webmaster" der Homepage, das heißt er hat die Seite programmiert und verwaltet sie.

Eigentlich ist Bauer der Texter der seit 1994 bestehenden "Uhne Ferz", zu denen noch Bauers Frau Romy, Rainer Ernese und Harald Windörfer gehören. Momentan hätte er als Webmaster natürlich auch nicht so viel zu tun, momentan sei Sommerloch, erzählt Bauer. "Sobald wir neue Auftritte haben, werden die aber angekündigt."

Obwohl die Homepage nicht allzu umfangreich ist, zuckt schon vor dem ersten Klick der Zeigefinger des echten "Vernemer" Surfers erfreut. Tatsächlich lässt sich auf der "Uhne Ferz"-Homepage zwischen Hochdeutsch und Vernemerisch wählen. Statt "Zur Person" heißt die Foto-Vorstellung der Bandmitglieder einfach "die Leid", aus dem Punkt Pressetexte wird "Fa die Schreiwa" und zum letzten Auftritt wird der "Südhesse Moied" zitiert. Daneben gibt es noch einige Gedichte von Mike Bauer, die nichts mit den "Uhne Ferz" zu tun haben, und einige Links quer durch die Region.

Der eigentliche Knüller der Uhne-Ferz-Seite ist aber der Punkt "Die Musigg". Hier können sich Fans drei Lieder aus dem Internet herunterladen - leider bisher nur, wenn sie den Browser (ein Programm, das erst die Inhalte des World Wide Web darstellt) "Internet Explorer" durchs World Wide Web (WWW) surfen.

Bisher gibt es nämlich weder eine CD noch eine Kassette der "Uhne Ferz", wer sie hören wollte, konnte dies nur auf ihren Konzerten. "Wir überlegen schon länger, ob wir unsere Lieder komplett ins Internet stellen", sagt Mike Bauer. Allerdings sei die Rechtslage im Internet so schwammig, dass die Band befürchte, praktisch ihre Rechte an den Liedern zu verlieren, wenn sie diese ins WWW stelle.

Vielleicht lassen sich die "Uhne Ferz" trotzdem davon überzeugen, wenn sie nur genügend Fans darum bitten. "Die Resonanz ist aber momentan eher gering", erklärt Bauer. Er werde des öfteren auf die Seite angesprochen, aber e-mails schreibe noch kaum einer. Das Interesse hänge zudem sehr stark von den Auftritten ab.

Nach dem letzten Konzert im Mai waren laut Bauer 300 Besucher auf der Homepage, im Juni nur noch rund 20. "Das ist eben ein Geduldsspiel, bis das läuft", meint der Webmaster. "Aber wir sind ja noch nicht so lang dabei", fügt er zuversichtlich hinzu. seb

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