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11. Dezember 2000
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Bei "Uhne Ferz" bleibt kein Auge trocken
Mundart-Gruppe singt mitten aus dem "Vernämmer" Leben und heimst viel Applaus ein

Viernheim. Gesang und Instrumente pur ohne jede Verstärkung und dazu in bestem "Vernämmerisch" präsentierte jetzt die Gruppe "Uhne Ferz" ihrem zahlreich erschienenen Publikum. Die allesamt aus gebürtigen Viernheimern bestehende Truppe gab in der Cafeteria der Kulturscheune neben schon bekannten Viernheimer Gassenhauern auch bisher unveröffentlichte Weihnachtslieder aus ihrem selbst komponierten und vertexteten Repertoire zum Besten. "Von der jährlichen Lust und dem immer größer werdenden Frust rund um den Advent und den Heiligen Abend" berichten die etwas anderen Weihnachtslieder der Gruppe, die teilweise noch nie einem größeren Publikum vorgetragen worden waren. "Beim Bummeln über den Weihnachtsmarkt oder der Geschenkesuche fallen mir jedes Jahr neue singenswerte Gegebenheiten auf", erklärte Mike Bauer.

"So kommt es, dass die Lieder trotz ihres oft schon älteren Entstehungsdatums nichts von ihrer Aktualität und Ironie verloren haben." Der vierte Mann der Gruppe und Ehemann der Sängerin Romy Bauer ist für die originellen und ansprechenden Texte der selbst gebastelten Stücke zuständig. Für deren liedhafte Umsetzung zeichnet sich Rainer Emese, verantwortlich. "Die Melodien entstehen meist spontan und innerhalb weniger Minuten, wenn wir alle zusammen drauflos singen", erklärte der Gitarrist uns Sänger von "Uhne Ferz". Er komponierte schon 1983 zusammen mit Mike Bauer ein Musical anlässlich des dritten Innenstadtfestes. Aus dieser Freundschaft mit gemeinsamen Hobby entstand bald eine Musikgruppe, die mit Harald Windörfer als drittem Mann komplettiert wurde. Heute präsentieren die Melodien der Gruppe eine große Bandbreite von Blues mit Reggae und immer einer sichtlichen Portion Spaß an der eigenen Musik. Mit ihren selbstkritischen Texten und einem schmunzelnden Auge auf das Viernheimer Stadtgeschehen und in so manches Wohnzimmer brachte die Gruppe ihr Publikum zu amüsiertem Lachen.

So hatte es Rainer Emese besonders auf das "Friedhofs-Syndrom", das sich in "Hecken schneide, Steine wische, Kerze verbrenne" äußere. Die Probleme der höchsten Instanz schilderte Romy Bauer in "Geschdan hewwisch in Gott getroffe". Die hohen Nebenkosten der Hölle, mit Kaugummi verklebte Kirchen und der Streik der Heiligen sorgten beim Publikum für großes Gelächter. In dem Blues "Vänne" hatten die Musiker mit genauem Blick und auf charmante Art und Weise lustige Besonderheiten und Eigentümlichkeiten der Stadt festgestellt. Das Innenstadtfest kam dabei ebenso wenig zu kurz wie die sommerlichen Besuche bei der Eis-Evel und das Rhein-Neckar-Zentrum.

Überhaupt bewiesen alle Bandmitglieder ihre große Vielseitigkeit uns Spontanität im schnellen Wechsel verschiedener Instrumente. Besonders der Schlagzeuger Harald Windörfer überraschte oft mit seinen kreativen Mitteln wie Kastagnetten aus Walnüssen, Trillerpfeife, Mundharmonika, Bongos und Querflöte. Der Wunschzettel wurde ebenso unter die Lupe genommen wie die Träume eines Christbaumes. Auch hier hatten die Verfasser mit scharfer Zunge und einem lachenden Auge Positives wie Negatives der stressigen Vorweihnachtszeit eingefangen und vertont. Die lesenswerten Liedtexte und Gedichte sind jetzt auch im Internet auf der eigenen "Hoamsseid" uhneferz.de oder der Seite des Texters (mikelbower.de) zu sehen. cris

 
 
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